Naturparadies Okinawa

Okinawa, die einzige Präfektur Japans, die in der subtropischen Zone liegt, ist das ganze Jahr über mit einem milden Klima gesegnet. Es besteht aus 160 verstreuten Inseln in einem ausgedehnten Seegebiet, das sich von Osten nach Westen über etwa 1000 km und von Süden nach Norden über etwa 400 km erstreckt. In uralten Zeiten war Okinawa auch mit dem chinesischen Festland und der japanischen Inselkette verbunden. Aus diesem Grund konnten zahlreiche verschiedene Lebewesen bis nach Okinawa migrieren, doch im Laufe der Zeit wurde diese Region mehrere Male vom Festland abgetrennt und Teile davon versanken im Meer, wodurch sich eine von Süden nach Norden verlaufende Inselkette bildete. Der weitläufige blaue Ozean ist eine Schatzkammer, die Lebewesen wie bunten Tropenfischen, Korallenriffen und vielen mehr ein Zuhause bietet. In den bis heute erhalten gebliebenen Wäldern im Nordteil der Hauptinsel und auf abgelegenen Inseln gibt es seltene Tiere und Pflanzen, die anderswo auf der Welt kaum zu finden sind, weshalb Okinawa auch die „Galapagosinseln des Orients“ genannt wird.

Korallenmeer und kostbare Meereslebewesen

Das äußerst klare Meer um Okinawa bietet dank der warmen Kuroshio (auch Japanströmung genannt) einen idealen Lebensraum für zahlreiche Meereslebewesen wie Korallen und Fische. Es heißt, dass es weltweit etwa 800 Korallenarten gibt, und Daten zeigen, dass im Meer um Okinawa ca. 415 Arten heimisch sind. Bunte Tropenfische, die zwischen den Korallen umherschwimmen, schaffen eine geheimnisvolle Welt, und das korallenreiche Meer von Okinawa zieht Taucher aus der ganzen Welt an, die die Schönheit der Natur genießen wollen. Man kann zusammen mit Meeresschildkröten schwimmen, die hier ebenfalls leben, und es gibt zahlreiche Strände, an denen man die Eiablage dieser kostbaren Tiere beobachten kann. Wenn man etwas weiter aufs Meer hinausfährt, kann man die dynamischen Schwimmkünste von Walen bestaunen.

Der Urwald von „Yanbaru“ und seine einheimischen Tier- und Pflanzenarten

Im Nordteil der Hauptinsel von Okinawa erstreckt sich der Wald von Yanbaru („Bergwildnis“). In diesem dicht mit Itajiī (Castanopsis sieboldii), einer subtropischen immergrünen Baumart, bewachsenen Wald sind mehr als 1.250 Pflanzenarten heimisch, darunter auch solche, die vom Aussterben bedroht sind. Darüber hinaus leben hier auch seltene endemische Tiere wie die „Okinawaralle“ (Gallirallus okinawae), die als Vogel bekannt ist, der kaum fliegen kann, der „Yanbaru Langbein-Goldkäfer“ (Cheirotonus jambar), der größte Käfer Japans, und mehr. Trekking-Touren durch den Urwald von Yanbaru erfreuen sich großer Beliebtheit.

Der größte Mangrovenwald Japans

Mangroven sind Wälder in salzhaltigen sumpfigen Brackwassergebieten von Flussmündungen in den Tropen und Subtropen. In Okinawa findet man sie hauptsächlich im Norden der Hauptinsel sowie auf den Inseln Iriomote und Ishigaki. Der größte Mangrovenwald Japans liegt auf der Insel Iriomote. Dieser Wald, der sich im Wasser ausbreitet, ist hilfreich bei der Aufzucht von kleinen Lebewesen wie Fischen, Krabben usw. und hat die wichtige Funktion, die Umwelt der gesamten Umgebung in Ordnung zu halten. Unter anderem werden hier Kajak-Touren für Besucher angeboten, die diesen unberührten Lebensraum aus nächster Nähe beobachten möchten, im Rahmen derer man in diesem paradiesischen Mangrovenwald umherfahren kann.

Wunderschöner Sternenhimmel

Okinawa ist zwar berühmt für sein schönes Meer und weiße Strände, doch wenn man nachts in den Himmel aufblickt, kann man unzählige Sterne sehen. Warum kann man entlang der Küsten Okinawas die Sterne so gut sehen? Da es hier aufgrund des fehlenden Einflusses von künstlicher urbaner Beleuchtung sehr dunkel ist, ist das Funkeln der Sterne deutlicher sichtbar. Der Iriomote-Ishigaki Nationalpark ist für seinen wunderschönen Sternenhimmel berühmt, auf dem man 84 der insgesamt 88 bekannten Sternbilder beobachten kann, weshalb er am 1. April 2018 basierend auf dem „Zertifizierungssystem für Sternenhimmel-Schutzgebiete“ der International Dark-Sky Association als erstes „Sternenhimmel-Schutzgebiet“ Japans zertifiziert wurde.

Wundersame Höhlen und Tropfsteinhöhlen

In Okinawa gibt es zahlreiche Höhlen und Tropfsteinhöhlen, die aus Ryūkyū-Kalkstein bestehen, dessen Hauptbestandteil Korallen sind. Diese aus in der Dunkelheit beleuchteten Stalaktiten bestehenden Räume, die man überirdisch nirgendwo sehen kann, wirken wundersam und geheimnisvoll – man fühlt sich hier ganz wie ein Abenteurer. Gyokusendō, eine Tropfsteinhöhle in der Stadt Nanjō im Süden der Hauptinsel Okinawas, ist darunter besonders berühmt. Es heißt, dass sie vor 300.000 Jahren, in der alten Zeit als die Menschheit in Afrika geboren wurde, vom unbegreiflichen Wirken der Natur geschaffen wurde. Mit über einer Million Tropfsteinen verfügt diese Höhle, die vom Dorf zu einem Naturdenkmal ernannt wurde, über die meisten Stalaktiten in ganz Japan und mit einer Länge von 5.000 Metern gehört sie zu den längsten Höhlen des Landes. Gegenwärtig sind nur 890 Meter für die Öffentlichkeit zugänglich. Der restliche Bereich wird zum Zweck der Forschung bewahrt. Dass die Stalaktiten alle drei Jahre etwa einen Millimeter wachsen, liegt am Klima Okinawas. Das tropische/subtropische Klima bringt eine große Menge Regenwasser mit sich. Und da Mikroorganismen in der Erde in warmen Regionen aktiver sind, scheiden sie mehr Kohlendioxid aus. Das Regenwasser, das dieses Kohlendioxid aufnimmt und dadurch schwach sauer wird, löst Kalkstein auf.