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Okinawas traditionelles Inselgemüse

In Okinawa werden landwirtschaftliche Produkte, die seit Langem in der Hausmannskost verwendet und traditionell verzehrt werden, liebevoll „Shima Yasai” (Inselgemüse) genannt. Gemüse, das auf dem für Okinawa einzigartigen Boden angebaut wird, hat durch den Einfluss der Sonneneinstrahlung und Wind, der vom Meer rüberzieht, eine starke antioxidative Wirkung und ist reich an Mineralien. Es kann in Supermärkten und auf Bauernmärkten gekauft werden und ist für die okinawanische Küche unverzichtbar.

Gōyā
ゴーヤー

An der Spitze des typischen Sommer-Shima-Yasai steht die „Gōyā“ (Japanisch: Nigauri). Charakteristisch für sie ist ihre einzigartige Bitterkeit. Die „Gōyā“ wird ganzjährig angebaut, wobei die Anbaumenge im Frühjahr und Sommer zunimmt. Der Bitterstoff Momordicin regt die Magentätigkeit an und wirkt so appetitsfördernd. Sie enthält ca. die 4-fache Vitamin-C-Menge einer Zitrone und man sagt, dass dieses Vitamin C selbst bei Erhitzung nur schwer zu zerstören sei.

Shima Rakkyō
島らっきょう

Der markante Geruch und der würzige Geschmack sind charakterisierend für die Shima-Schalotte. Verglichen mit der Schalotte der Hauptinseln ist sie kleiner und weicher und wird bei vielerlei Gerichten eingelegt, gebraten usw. verwendet. Aufsehen erregt die Shima-Schalotte, als in der Fernsehwerbung eines Lokalsenders „Shima Rakkyō Tempura“ vorgestellt wurde.
Danach wurde sie bei vielen Gaststätten auf die Speisekarte gesetzt und so „über Nacht“ bekannt.
Im nördlichen Teil der Hauptinsel beim Dorf Ie ist der Boden schön trocken, weshalb das Gemüse tiefer in die Erde gesetzt werden kann und so der weiße, essbare Teil länger wird.
Es gibt viele Orte, an denen Sie den knackigen Biss und den reichhaltigen Geschmack genießen können, jedoch ist die Shima-Schalotte des Dorfes Ie das wohl populärste Geheimnis der Insel.

Papaya
パパイヤ

Im Okinawa-Dialekt wird dieses Gemüse ebenfalls „Papaya“ genannt. Papayas können für vielerlei Gerichte wie beispielsweise Chanpurū, Kochgerichte und Suppen verwendet werden. Es ist bekannt, dass sie bereits seit der Antike zur Erholung nach der Geburt und für reichlich Muttermilch den jungen Müttern direkt nach der Geburt empfohlen wird. Die Papaya enthält reichlich die drei Hauptnährstoffe spaltende Enzyme, wodurch sie sehr gesundheitsfördernd ist.

Purpurne Süßkartoffel
紅イモ

Die purpurne Süßkartoffel mit ihrem leuchtenden Purpur, ihrem festen Biss und ihrer feinen Süße ist sowohl gedämpft als auch frittiert eine Delikatesse und zudem nicht nur reich an Mineralien und Vitaminen, sondern enthält auch Anthozyanin. Deshalb gewann dieses Shima-Yasai in den letzten Jahren immer mehr Beachtung. Die purpurne Süßkartoffel wird ca. 4 – 5 Tage nach ihrer Ernte gegessen. Wenn ihr in geeignetem Maße das Wasser entzogen wird, dann verstärkt sich ihre Süße weiter, wodurch sie noch schmackhafter wird.

Nabera
ナーベーラー

Neben der Gōyā ist die Nabera (Japanisch: Hechima) ein klassischer Vertreter des Sommer-Shima-Yasai. Das Kochgericht „Nabera-N-Bushi“, das einen Hauch Misoaroma besitzt, ist eine sehr populäre Zubereitungsmethode. Sie ist jedoch auch hervorragend zum Braten und für Suppen geeignet. Die Nabera enthält Kalium und Carotin und es heißt, dass sie zudem auch harntreibend sei. Weiterhin findet sie in der Kosmetik als Gesichtswasser und als Pflegemittel zur Sonnenbrandbehandlung Anwendung.

Shima-Möhren
島ニンジン

Im Okinawa-Dialekt wird die Shima-Möhre „Chidekuni“ genannt, was gelber Rettich bedeutet. Durch den hohen Gehalt an Carotin und Pektin ist sie für ein nahrhaftes und kräftigendes Essen sehr wertvoll. Die Hauptanbaugebiete liegen beim Dorf Nakagusuku und der Stadt Itoman.
<Saison: Anfang November bis Ende Februar>

Shibui
シブイ(冬瓜)

Die Wintermelone – im Okinawa-Dialekt „Shibui“ – gehört zu dem Shima-Yasai, das den Sommer ankündigt. Es heißt, dass sie ihren Namen der Tatsache verdankt, dass sie bis in den Winter hinein aufbewahrt werden kann.
Ihr einfacher, frischer Geschmack macht sie perfekt für sowohl Fleisch- und Fischgerichte als auch für Suppen und Gekochtes.
Durch ihren hohen Wasser- und Vitamin-C-Gehalt ist dieses Shima-Yasai Bestandteil der sommerlichen Hausmannskost.
In China ist sie in Zeiten, in denen der Magen schwach ist, ein wichtiges Nahrungsmittel.
Die Haupterntezeit ist von April bis Juni.
Okinawa ist mit den im Süden der Hauptinsel liegenden Gebieten um die Inseln Ie und Miyako das Hauptanbaugebiet Japans.

Ta-Kartoffel
タイモ

Die Ta-Kartoffel enthält neben sehr viel Stärke auch Kalium, Kalzium, Eisen und Vitamine. Weil sie roh sehr schnell zu Fäulnis neigt, kommt sie meist gedämpft in den Handel. Innerhalb der Präfektur liegen die Hauptanbaugebiete bei den Städten Ginowan und Kin.
<Saison: Dezember bis April>

Goabohne
シカクマメ

Obwohl die Falten im Wind flattern, gab der viereckige Querschnitt der Hülse ihr den ursprünglichen Namen „Shikaku-Mame”. Sie wird geerntet, wenn sie noch jung und frisch ist und im Allgemeinen wie Stangenbohnen verzehrt. Durch ihren hohen Vitamin- und Mineralstoffgehalt kann bei der Goabohne nicht nur die Hülse, sondern auch Blätter, Blüten, Blattstiele und Früchte gegessen werden. Man sagt, dass der Nährwert des Wurzelstockes das 10-fache des Nährwertes der Sojabohne beträgt. Weiterhin werden die aus der erhitzten Bohne extrahierten Bestandteile für Gesichtswasser vermarktet und stehen dadurch auch im Mittelpunkt der Betrachtungen.

Handama(Okinawan Spinach)
ハンダマ

Dieser Handama-Spinat besitzt unterschiedliche Blattfärbungen auf der Vorder- und Rückseite.
Der Spinat bietet zwei völlig verschiedene Geschmackserlebnisse – knackig, wenn roh gegessen und schleimig, wenn erwärmt. Ob zusammen mit anderen Zutaten wie Schweinefleisch oder Sōmen gebraten, als Zutat für Miso- oder Zōsui-Suppen oder als Tempura – er kann mannigfaltig zubereitet werden.
Wegen seines hohen Gehaltes an Vitaminen, Magnesium und Eisen wirkt der seit jeher in Okinawa „Blutmedizin“ genannte Handama-Spinat effektiv bei Anämie.
Das auffällige Violett der Blattrückseite wird durch ein Polyphenol erzeugt – dem Anthozyanin.
Dieser Spinat wurde in Okinawa bereits im Altertum angebaut. Seine Erntezeit reicht von Winter bis zum Frühsommer.

Moui
モーウイ・モウイ

Ein anderer Name der „Moui“ ist „Shirouri“ (Gemüsemelone). Sie ist allgemein als Grundzutat für „Nara Zuke“ bekannt. Das Fruchtfleisch ist weiß und der Geschmack einfach – so ähnlich wie bei Gurken. Auf Okinawa wird sie sehr häufig als Essiggemüse oder Aemono gegessen. Ihr Wassergehalt ist sehr hoch und sie enthält außerdem auch Kalium und Vitamin C, weswegen sie sehr oft zur Behandlung von Schwellungen und zum Durstlöschen verwendet wird.

Shima-Rettich
島ダイコン

Shima-Rettich – eine in Okinawa heimische Sorte. Charakteristisch für den frischen und saftigen Rettich ist neben seiner Form – dick, rund und groß – seine Süße, die selbst beim Kochen nicht verlorengeht und so geschmacksprägend ist. Wichtige Anbaugebiete sind die Dörfer Kunigami, Ōgimi und Nakagusuku.
<Saison: Dezember bis März>

Kandaba
カンダバー

Kandaba bezeichnet die Blätter der Süßkartoffel. Diese Blätter gehören zu dem seit dem Altertum auf Okinawa gegessenen Shima-Yasai. Durch den Einfluss der oft auf Okinawa treffenden Taifune entstehen oft große Ernteschäden und mehrere Male waren große Hungersnöte unter der Inselbevölkerung die Folge. In diesen Zeiten half ihnen die Kandaba, diese Zeit zu überstehen.
Weil die herzförmigen Blätter Magenbeschwerden lindern, sind sie als Zutat besonders wertvoll geworden. Damit die nährstoffreiche und gesunde Kandaba noch leichter gegessen werden kann, führt das landwirtschaftliche Forschungszentrum von Okinawa Auslesezüchtungen durch. Eines der Ergebnisse ist das neue Shima-Yasai Gushichan-Ii-Na. Die weichen Blätter an den langen Stielen besitzen kein charakteristisches Nebenaroma, haben einen knackigen Biss und können auf vielfältige Weise wie beispielsweise in Kochgerichten, Aemono, Tempura oder Smoothie verwendet werden.

Nigana
ニガナ

Die Ixeridium dentatum (japanisch: Nigana), die reich an Vitamin C und Kalium ist, wird auf den Ryūkyū-Inseln seit der Nara- und Heian-Zeit zur Förderung der Gesundheit gegessen. Auch heute noch ist sie kleingehackt als Beilage zu Shima-Tofu und knusprig frittierten Tempura sehr beliebt.